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Böttcher Restaurierung, Schreibschrank (um 1750)
Böttcher Restaurierung, gestempelt Lardin aus Privatbesitz
Böttcher Restaurierung, Ein Kleinod der Elfenbeinkunst in Walldürn
Böttcher Restaurierung, Schrägklappensekretär aus Privatbesitz (um 1750)
Böttcher Restaurierung, Kommode des Spätbarocks aus Privatbesitz
Böttcher Restaurierung, Oberflächenrestaurierung
Böttcher Restaurierung, Fassadenschrank (erste Hälfte 17. Jahrhundert)
Böttcher Restaurierung, Furnierergänzung oder Kittung?
Böttcher Restaurierung, Ein Paar Kommoden um 1830
Böttcher Restaurierung, Sekretär um 1820 aus Privatbesitz
Böttcher Restaurierung, Schrank um 1820
Böttcher Restaurierung, Kommode um 1810 aus Privatbesitz
Böttcher Restaurierung, Eichenschrank (um 1750)
Böttcher Restaurierung, Höfische Kommode des Spätbarocks, Privatbesitz
Böttcher Restaurierung, Rekonstruktion historischer Techniken
Böttcher Restaurierung, Möbel des Historismus
Böttcher Restaurierung, Restfeld
Böttcher Restaurierung, zum nächsten Projekt
OberflÀchenrestaurierung

KleiderschrĂ€nke um 1815 und 1830 an denen wohl der originale Überzug erhalten werden konnten. RaritĂ€ten im Bereich historischer Möbel.


OberflÀchenrestaurierung

Bearbeitete Kommode des Klassizimus (Privatbesitz) mit einem ErgĂ€nzungsĂŒberzug auf Basis eines Spirituslackes nach Rezepten des 18. Jahrhunderts. Es ist auf einem Foto nur schlecht darzustellen aber der transparente Überzug unterscheidet sich bei nĂ€herer Betrachtung deutlich in der Materialwirkung zum SchellackĂŒberzug.


Zwei StĂŒhle. Einer Schwarz ĂŒberarbeitet einer nach Freilegung des Holzes in wunderschönem Honigton

Zwei StĂŒhle um 1830. Beide StĂŒhle wurden bei einer frĂŒheren Überarbeitung komplett schwarz ĂŒberlackiert. Der rechte Stuhl konnte unter Wahrung des OriginalĂŒberzuges freigelegt werden.




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OberflÀchenrestaurierung

Das restauratorische Arbeitsgebiet ErgĂ€nzung transparenter OberflĂ€chenĂŒberzĂŒge auf historischen Möbeln ist nach meiner Meinung ein immer noch zu wenig diskutiertes Thema. Fakt ist, dass bestimmt 90% aller hochwertigen Möbel und Holzobjekte, von der Renaissance bis zum Biedermeier, im Laufe ihrer Geschichte mit neuen OberflĂ€chenĂŒberzĂŒgen versehen worden sind. Oft sogar mehrmals. Grund hierfĂŒr waren meist Wechselwirkungen zwischen Licht, Luftfeuchtigkeit und Schmutz oder mechanische BeschĂ€digungen, die die FlĂ€chen optisch beschĂ€digten und herabsetzten. Dies fĂŒhrte meist dazu, dass die originalen ÜberzĂŒge ĂŒbereifrig entfernt und die Möbel mit TotalergĂ€nzung versehen worden sind. Auf die Intention und Möglichkeiten der ausfĂŒhrenden Meister ihrer Zeit in Materialauswahl, SchichtstĂ€rke, Glanz oder Farbwirkung wurde und wird bei diesen Eingriffen meist keine RĂŒcksicht genommen oder hinsichtlich der AuthentizitĂ€t hinterfragt. Es ist auch immer noch mit GlĂŒck behaftet, wenn ein selbsternannter Restaurator die OberflĂ€chenĂŒberzĂŒge in der Vergangenheit nicht abgeschliffen hat. Schleifpapier wurde meist dem Lösemittel vorgezogen und hierdurch teilweise irreparable SchĂ€den an Furnierungen verursacht.

Interessant ist auch, dass die Schellackballenpolitur bei der Veredelung historischer HolzoberflĂ€chen einen so hohen Stellenwert einnimmt, dass selbst an hochwertigen Barockmöbeln seit Jahrzehnten und wie selbstverstĂ€ndlich dieses Material zum Einsatz kommt. - Nur die Verwendung des Schellacks im Ballenverfahren entwickelte sich erst um 1800, also mit der weiteren Entwicklung des Klassizismus zum so genannten Biedermeier. Vorher standen den WerkstĂ€tten Öllacke, Öl-Harzlacke und ab ca. Mitte des 18. Jahrhunderts Spirituslacke zur VerfĂŒgung, die als Schleiflacke verarbeitet wurden.

NatĂŒrlich mĂŒssen aus heutiger restauratorischer Sicht vor der Verwendung eines OberflĂ€chenĂŒberzugs die Materialeigenschaften und Verarbeitung hinterfragt werden, doch sollte die Verwendung von Schellack nicht generell die Lösung und schon gar kein QualitĂ€tsprĂ€dikat sein bei der AusfĂŒhrung von Restaurierungsarbeiten.