Tabernakel Sekretär um 1740

Tabernakel-Sekretär im Vorzustand.
Unterschrank mit Schreibaufsatz im Vorzustand.
Unterschrank mit Schreibaufsatz im Endzustand.
Gesamtansicht der Front im Endzustand,
Einlegearbeiten in Elfenbein mit herrlichen Gravuren.
Detail im Endzustand.
Detail im Endzustand.

Dieser  hervorragend gearbeitete Tabernakel-Sekretär wurde bei einer früheren Überarbeitung der Holzoberflächen mit einem Cellulosenitratlack, einem Material des 20. Jh. lackiert. Fehlender Lichtschutz am Aufstellungsort, verbunden mit den schlechten Alterungseigenschaften des verwendeten Materials, haben dazu geführt, dass die Kontraste und Farbigkeiten der ausgewählten Holzarten und Maserungen, nach wenigen Jahrzehnten nur noch zu erahnen waren.

Nach einer genauen Bestands- und Zustandsaufnahme, erfolgte zuerst die Konservierung des Bestandes. D.h., dass zu Beginn der Maßnahmen lose Furniere und gelöste oder gebrochene Konstruktionselemente neu verleimt wurden. Die anschließende Abnahme des Cellulosenitratlackes auf den Außenflächen erfolgte mit einem dafür hergestellten Lösemittelgel. Ausgewählt wurde das polare Lösemittel Aceton, dass sehr gute Löseeigenschaften bei Cellulosenitratlacken aufweist. Zur Reduzierung der Verdunstungs-geschwindigkeit, des schnell flüchtigen Lösemittels, wurde  ein Gel mit einem Verdickungsmittel hergestellt. Die Wirkungsweise des Lösemittels ist rein pysikalisch, durch die Penetration des Lösemittels in die Lackschicht. Die Lackschicht  quillt an und kann ohne Auswirkungen auf die Holzoberflächen abgenommen werden.

Direkt anschließend wurde zum Schutz der nun rohen Holzoberflächen, eine dünne Grundierung mit einer neu ausgewählten Lackmischung, auf Basis von Rezepturen aus dem 18. Jahrhundert aufgetragen. Hierbei handelte es sich um einen Spirituslack mit den Naturharzen Sandarak, Mastix und Stocklack. Diesen Lack gibt es im Handel nicht zu kaufen.  Er wird in unserem Atelier nach einer eigenen, getesteten Rezeptur hergestellt. Die Grundlagen, die zu dieser Rezeptur führten wurden von mir während meines Studiums an der Fachhochschule Köln erarbeitet. Die Motivation hierbei war einen reversiblen, gut alterungsbeständigen Naturharzlack zu entwickeln, der die Intentionen und materialspezifischen Möglichkeiten des 18. Jahrhunderts vereinigt. Basiswissen hierzu liefert die Literatur. Sehr empfehlenswert und für mich die Bibel zu transparenten Holzüberzügen des 18. Jahrhunderts ist die Veröffentlichung von Katharina Walch und Johann Koller, Lacke des Barock und Rokoko, in Arbeitsheft des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, München 1997.

Besonders auf den Seiten des Möbels wurden bei früheren Überarbeitungen unsensible Furnierergänzungen vorgenommen, die die vom Meister entworfenen Furnierbilder erheblich störten. Diese Furnierergänzungen wurden durch neue Ergänzungen ersetzt und somit das optische Erscheinungsbild perfektioniert.

 

 

 

 

 

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