Festigen und Niederlegen von Furnieren

Hinterfüllen von partiellen Furnierablösungen mit Heißleim.
Die Festigungsbereiche müssen anschließend für wenige Stunden gepresst werden.

Bei fast alle furnierten Möbeln, die in unserem Restaurierungsatelier bearbeitet werden, müssen zuerst Festigungs- und Sicherungsmaßnahmen am Bestand vorgenommen werden.

Die relative Luftfeuchtigkeit an den Standorten der Möbel, ist zu den verschiedenen Jahreszeiten meist sehr unterschiedlich, sofern es sich nicht um perfekt klimatisierte Museumsräume handelt. Luftfeuchtigkeitswerte von 80% im Sommer zu unter 40% während der Heizperiode im Winter sind keine Seltenheit.

Holz und Leim sind organische Materialien und daher hygroskopisch. Die Materialien schwinden bei sinkender Materialfeuchte und dehnen sich bei steigender Materialfeuchte wieder aus. Diese Wechselwirkungen führen meist über Jahre dazu, dass  sich Verleimungen  lösen.

Bei den verwendeten historischen Leimen, handelte es sich bis ca. zur Mitte des 20. Jahrhunderts zumeist um Glutinleim, sogenannter Knochen- oder Heißleim. Dieses Material ist reversibel und kann somit zum Teil wieder aktiviert werden. Durch Injektionen wird  neuer Heißleim partiell, zerstörungsfrei  zwischen Blindholz und Furnierung hinterspritzt und der Bereich durch Zulagen und Zwingen gepresst. In der Regel halten die Verleimungen anschließend wieder sehr dauerhaft, sofern besonders trockene Heizungsluft vermieden wird. Luftfeuchtigkeitswerte unter 40% in den Wohnräumen sind nicht nur für historische Möbel, sondern auch für die Bewohner auf Dauer nicht gut. Hier empfehle ich die Verwendung von Luftbefeuchtern. Luftfeuchtigkeitswerte über 50% im Winter sind erstrebenswert. Ideal sind dauerhafte relative Luftfeuchtigkeitswerte um 60%

Auf der linken Seite sehen Sie die aufwendigen Furnierfestigungsarbeiten an einer niederländischen, barocken Standuhr.

 

 

 

 

 

 

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