Furnierergänzungen oder Kittungen

Linke Seite des Schreibaufsatzes eines Tabernakelsekretärs um 1740 im Vorzustand. Deutlich zu erkennen sind die mehr als diletantisch gearbeiteten Ergänzungen einer früheren Überarbeitung.
Abbildung im Zwischenzustand mit neuen Furnierergänzungen
Abbildung im Endzustand nach der partiellen Re-Restaurierung

Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Bearbeitung historischer Möbel besteht neben der Sicherung des Bestandes in der Ergänzung bzw. Schließung verlorener Bereiche. Mein Bestreben ist, bei jeder Maßnahme keine Originalsubstanz zusätzlich zu zerstören. Das Einpassen von Furnierergänzungen oder Vollholz, wird von mir nach Einzelfallentscheidung durchgeführt. Hierbei wird immer partiell gearbeitet. Das Ergänzungsholz muß  in Holzart, Porigkeit und Maserverlauf weitestgehend dem Original entsprechen. Nur so lassen sich Furnierbilder wieder herstellen, die bei früheren, meist unsensiblen Maßnahmen zerstört wurden. Natürlich würde jedes Fälscherherz höher schlagen, wenn sich frühere Fehleingriffe komplett rückgängig machen ließen.
Die Detailaufnahmen eines Tabernakelsekretärs um 1740 machen aber deutlich, dass bei einer perfekten Bearbeitung, Ergebnisse erzielt werden können, die nur bei näherer Betrachtung oder Untersuchung, den früheren Schaden noch erkennen lassen.

Kittung mit Retusche im Vorzustand
Kittung mit Retusche in der Endbearbeitung

Wie im Gemäldebereich werden im Möbelbereich bei Fehlstellen auch «Kittungen» vorgenommen, die nach einer partiellen plastischen Bearbeitung durch Retuschen dem Umfeld angepasst werden. Es ist ein Trugschluss, dass prinzipiell in Holz ergänzt werden muss. Hierbei muss für den Laien gesagt werden, dass die im Handel erhältlichen Wachsstangen eigentlich in der professionellen Restaurierung nicht verwendet werden, sondern spezifisch eingestellte Ergänzungsmassen zum Einsatz kommen.

 

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