Ein Paar Kommoden um 1830

Kommodenpaar im Vor- und Endzustand
Maserung einer Kommodenplatte im Vor- und Endzustand
Kommode Nr. 2 im Zwischenzustand mit partiellen Furnierergänzungen
Kommode Nr. 2 im Endzustand
Ergänzung fehlender Perlmutt-Schlüsselbuchsen entsprechend dem Original

Möbel des Biedermeier

Dieses Paar Kommoden aus Privatbesitz, wurden vermutlich Ende des 19. Jahrhundert farblich einer Mahagoni Einrichtung angepasst. Nähere Untersuchungen machten deutlich, dass es sich bei dem rot-braunen Überzug, der die Holzmaserung nur noch erahnen ließ, nicht um die Originallackierung handelte. Für den Laien möchte ich erwähnen, dass es seiner Zeit durchaus üblich war, mit einheimischen Hölzern und ausgeklügelten Oberflächentechniken teure Importhölzer zu imitieren. Dies war bei diesen Kommoden jedoch nicht die ursprüngliche Intention und es bestand kein Zusammenhang zu einer Mahagoniausstattung.
Bei näherer Betrachtung ließ sich feststellen, dass das Kommodenpaar eine zur Zeit des Biedermeier in Art und Technik übliche, dekorative Nussbaumfurnierung aufwies. Die schlecht durchgeführte Oberflächenüberarbeitung war jedenfalls mehr als fleckig gealtert und optisch eine deutliche Abwertung.

Bei der Restaurierung waren zuerst gelöste Furnierstellen wieder am Trägerholz zu verleimen. Abgenutzte Laufleisten mußten ergänzt werden, um die Funktion der Schubladen deutlich zu verbessern. Anschließend erfolgte die schonende Abnahme der Oberflächenbeschichtungen mit Lösemittelkompressen. Partielle Furnierfehlstellen wurden mit ausgesuchtem Nussbaumfurnier geschlossen und anschließend farblich dem umliegenden Erscheinungsbild angepasst. Diverse, in Perlmutt hergestellte Schlüsselbuchsen, die als Verlust zu verzeichnen waren, wurden ergänzt. – Einen selten gesehenen und belassenen Konstruktionsfehler seiner Zeit stellt wohl die außermittige Schlüsselbuchse bei einer der Schubladen dar.
Nach der Durchführung der aufgezählten Maßnahmen erfolgte die Herstellung einer Schellackballenpolitur in tradierter Technik.

 

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