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Böttcher Restaurierung, Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach
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Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Gebäude im Zustand 2004 und 2008


Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Rückgebäude im Vorzustand 2004.




Rückgebäude im Jahr 2016. Von 2004 bis 2007 diente uns der obere Stock als Wohnung während der Sanierung des Hauptgebäudes. Seit 2007 nutzen wir das Rückgebäude als Büro und Werkstatt.




Hauptgebäude Innenansicht während der Bauphase.


Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Rückbau der 1907 eingezogenen Zwischendecke im Betsaal und Einbau einer Galerie. Endzustand 2008.


Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Restaurierte Originalfenster und Stahlrahmenfenster in Kombination als Kastenfenster.




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Restaurierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge Sinsheim-Rohrbach

Im Jahr 2003 entschlossen wir uns nach einem historischen Gebäude Ausschau zu halten, dass wir zu Wohn- und Arbeitszwecken nutzen konnten. Hierbei wurden wir auf der Internetseite des Regierungsbezirks Karlsruhe, unter der Rubrik verkäufliche Kulturdenkmäler, auf die ehemalige Synagoge in Sinsheim-Rohrbach aufmerksam, die versteckt in der Dorfmitte liegt. Wir absolvierten mehrere Besichtigungstermine, um die Möglichkeiten und Machbarkeit eines solchen Sanierungsprojekts für uns abzuwägen. Nach kurzen Verhandlungen mit der Stadt Sinsheim, erwarben wir das stark baufällige Gebäude im Jahr 2004 und stellten uns der großen Herausforderung und Verantwortung.

Kurze Geschichte

Die im Jahr 1832 von Kirchenbaumeister Friedrich Wundt im spätklassizistischen Stil geplante und auf einem Vorgängerbau errichtete Synagoge wurde im Jahr 1907 durch Mitgliedermangel der jüdischen Gemeinschaft Rohrbach an die politische Gemeinde Rohrbach verkauft. Nach tief greifenden Umbauarbeiten in den Innenräumen wird das Gebäude anschließend zum Gemeindehaus mit zusätzlichen Wohnungen umgebaut. Der Obergeschoßsaal wird in den 1930er Jahren als Schulraum und später als Kindergarten bis in das Jahr 1954 genutzt. 1967 wird das Gebäude an die daneben liegende Landwirtschaft verkauft und als Lager und Stall genutzt. In den 1990er Jahren erwirbt die Stadt Sinsheim das Gebäude und nutzt es teilweise als Sozialwohnungen.

Motivation

Als Fachleute auf dem Gebiet der Restaurierung und Konservierung, und somit natürlich auch Liebhaber historischer Objekte, tränten uns die Augen als wir dieses Gebäude zum ersten Mal sahen. Es ist unverständlich, dass historische Gebäude, die Ortsbilder prägen und Lebenswert machen dem Verfall ausgesetzt sind. Besonders wenn es sich wie bei einer ehemaligen Synagoge um ein Objekt von besonderer Bedeutung handelt. Bei der Begehung des Gebäudes faszinierten uns die großen Fenster, die die Räume mit Licht fluteten. Es bot sich die Möglichkeit einen großen, hellen Gallerieraum durch den Rückbau der später eingezogenen Zwischendecke zu schaffen. Die Möglichkeit im rückwärtigen Nebengebäude der alten Landwirtschaft unser Atelier einzurichten war ebenfalls ein Grund für die Entscheidung die ehemalige Synagoge zu kaufen.

Restaurierungs- und Sanierungskonzept

Nach umfangreichen Untersuchungen zur Bausubstanz und Baugeschichte standen die Planungsarbeiten an. Für uns war es wichtig denkmalpflegerische Forderungen als auch Standards unserer gegenwärtigen Baukultur im Kontext zueinander umzusetzen. D.h., die Erhaltung und Präsentation originaler Substanz hatte zwar einen hohen Stellenwert, doch wollten wir nicht historisierend in den Baukörper eingreifen sondern bewusst moderne Akzente dazu setzen. In der Planung und Umsetzung unterstützte uns hierbei das Architekturbüro Ralf Schuster in Karlsruhe.

Da das Gebäude nicht unterkellert ist und keine historisch erhaltenswerte Bodenbeläge vorhanden waren, entschlossen wir uns das Gebäude innen 30cm auszugraben, um eine Bodendämmung sowie eine Fussbodenheizung einbauen zu können. Im Fussboden verlaufen des Weiteren alle elektrischen Leitungen. Im gesamten Erdgeschoss wurde ein schleifbarer Betonestrich als Fertigboden eingebracht, der als moderner Terazzoboden sich deutlich von historischen Böden abhebt.

Die einfach verglasten Originalfenster wurden aufwändig restauriert und wieder eingebaut. Zusätzlich erfolgte der Ausbau zum Kastenfenster in dem ein zweites, isolierverglastes Fenster im Innenraum vorgesetzt wurde. Ausgewählt wurden Stahlrahmenfenster, die durch schmale Rahmenprofile überzeugen.

Umsetzung

Die restauratorischen Arbeiten im Innen- und Außenbereich wurden in Eigenleistung in den Jahren
2004 bis 2007, neben unserer regulären Tätigkeit als Restauratoren, durchgeführt. Heute im Jahr 2016 läßt sich hinsichtlich der Lebensqualität, rückblickend aber auch für die Zukunft feststellen, es hat sich gelohnt und lohnt sich historische Bauwerke zu erhalten! Im wahrsten Sinne des Wortes \\\"Wiederzubeleben\\\" .